Adriana Dias

Dipl. Kosmetikerin

Inhaberin

Adriana Dias im Gespräch*

Weshalb bist Du Kosmetikerin geworden?

Kosmetik und Schönheit waren schon immer eine Leidenschaft von mir. Als Kind habe ich lackierte Nägel aus Zeitschriften ausgeschnitten und auf meine Nägel aufgeklebt (lacht). Besonders fasziniert hat mich auch die Entwicklung in der Kosmetik, wobei ich diese sehr kritisch sehe. Positiv ist, dass im Zuge der Fortschritte in der Kosmetik heute eine grosse Produktvielfalt besteht, die auch biologische und tierfreie Produkte umfasst. Gleichzeitig ist die Kosmetik aber auch eine riesige Geldmaschine: Es werden teure Produkte verkauft und die eigentlichen Probleme und Bedürfnisse der Kund*innen gehen manchmal vergessen. Ich selber habe während fast fünf Jahren an schwerer Akne gelitten, und in der Folge auf Anraten von Kosmetiker*innen unterschiedliche, auch sehr hochpreisige Produkte konsumiert, die aber nicht oder kaum geholfen haben. Diese Missstände haben mich dazu bewogen, Kosmetikerin zu werden und es selber besser zu machen.

Mit welchen Problemen kommen die Kundinnen und Kunden zu Dir?

Meine Kund*innen kommen nicht mit Problemen, sondern mit Bedürfnissen! Sie möchten ihr Aussehen und Wohlbefinden verbessern oder ihre Haut braucht besondere Pflege (trockene Haut, Flecken, Akne, Falten).

Jede Frau braucht eine andere Frau, die sich um sie kümmert (90 Prozent meiner Kunden sind Frauen)! Verwöhnt zu werden ist notwendig und gut für unsere Seele.

Kannst Du immer helfen?

Nein.

Manche Kund*innen schicke ich zuerst zum Arzt, insbesondere bei endermologischen Körperbehandlungen.

Ich mache auch keine IPL im Juli und im August (Risiko von Flecken und Verbrennungen bei anschliessendem Sonnenbad). Auch Mikrodermabrasion biete ich im Sommer nicht an.

Mir ist es wichtig, dass die Behandlungen den Kund*innen rasch, aber auch langfristig, helfen. Wenn ich denke, dass ich dazu im aktuellen Moment wenig beitragen kann, schicke ich meine Kund*innen zu entsprechenden Experten. Obwohl ich ein sehr breites Spektrum an Bedürfnissen behandle, habe ich nicht immer eine Lösung!

Worüber redest Du mit den Kundinnen während der Behandlung? Oder sind Deine Behandlungen eher ein Ort der Stille?

Bei Körperbehandlungen reden und lachen wir oft viel. Wenn ich merke, dass eine Kund*in lieber nicht reden möchte, respektiere ich das natürlich. Ich schätze die Vielfalt von mal stillen Behandlungen mit minimaler Kommunikation und mal angeregtem Austausch über Gott und die Welt oder über alles, was von Frau zu Frau (oder gendergerecht ausgedrückt: von Kund*in zu Kosmetikerin) besprochen werden kann.

Die Gesichtsbehandlungen sind naturgemäss ruhiger. Viele Kund*innen schlafen dabei sogar ein. Mir ist es wichtig, von Anfang bis Schluss voll dabei zu sein. Rauchpausen oder zwischendurch auf dem Smartphone rumtippen und Administratives erledigen, das geht gar nicht!

Mir ist es auch wichtig, eine gute Zuhörerin zu sein.

Wie ist Dein beruflicher Werdegang?

Seit 2013: Inhaberin der Knetbank (Muskelkneter GmbH). Zuvor habe ich mehrere Jahre in einem Kosmetikstudio in Zürich gearbeitet.

2011–2012: Diverse mehrmonatige Kurse und ein Praktikum bei LONG-TIME-LINER (TÜV-geprüftes Schulungsinstitut für dauerhafte Schminkmethoden (PMU – Permanent Make-up) und Körperpigmentierung).

2007–2010: Ausbildung zur diplomierten Kosmetikerin an der internationalen Fachschule für Kosmetik.

2004–2006: Ausbildung zur Pflegeassistentin und Anstellung als Pflegeassistentin im Pflegeheim Vechigen (Worb).

1999–2003: Familienzeit.

1995–1997: Studium der Psychologie an der Universität Federal (UFG – Federal University of Goias).

Sprachen: Neben dem Deutschen spreche ich verschiedene romanische Sprachen fliessend: Portugiesisch (Muttersprache), Spanisch, Italienisch und Französisch. Im Englischen verfüge ich über Basiskenntnisse.

*Adriana Dias im Gespräch mit Selma Junele, textplanet.ch.

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